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Konvergenzen und Divergenzen in der EU

Mit der Übertragung der geldpolitischen Entscheidungskompetenz auf die Europäische Zentralbank entstand im Januar 1999 die Europäische Währungsunion. Der vorangegangene Integrationsprozess wurde mit einer lebhaften Debatte über die Vor- und Nachteile begleitet. Vor allem Ökonomen argumentierten, dass die Kriterien eines optimalen Währungsraumes nicht erfüllt seien und die strukturellen Unterschiede zwischen den potentiellen Euroraum-Kandidaten auch zu negativen Effekten auf einzelne Volkswirtschaften führen würden. Darüber hinaus könne ein Konflikt der nun europäischen Geldpolitik mit den weiter nationalen Fiskal- und Lohnpolitiken nur schwer verhindert werden. Nach über 11 Jahren gemeinsamer Geldpolitik steht die Europäische Währungsunion vor ihrer bislang größten Herausforderung. Wurde der Euro noch bis ins Jahr 2009 hinein als Erfolgsgeschichte gefeiert, legte die Finanzkrise viele der vor Beginn der Währungsunion diskutierten Defizite offen.

Ziel des Seminars ist es, die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der Europäischen Währungsunion zu analysieren. Es soll ein Urteil darüber gefällt werden, ob seit Einführung der gemeinsamen Währung ein Konvergenz- oder ein Divergenzprozess zu beobachten war. Dabei stehen Aspekte wie Verschuldungs-, Lohn- und Inflationsentwicklungen, Wachstums- und Beschäftigungstrends, Finanzmarktintegration, Migrations- bzw. Mobilitätsaspekte, aber auch bildungs- und umweltpolitische Reformbestrebungen sowie steuerpolitische Angleichungs-prozesse und zwischenstaatliche Transferzahlungen im Mittelpunkt. Die Themen umfassen einerseits modelltheoretische Ansätze, wie bspw. die Theorie optimaler Währungsräume oder die Ausgestaltung einer einheitlichen Geldpolitik in einem heterogenen Währungsraum. Aber auch empirische Themen, bei denen ein eigenständiger Umgang mit makroökonomischen Daten erwartet wird, stehen zur Auswahl.

Voraussetzung: Finanzwissenschaftliche Kenntnisse, sowie Kenntnisse in Makroökonomie (vor allem Geldpolitik und Konjunkturtheorie) sind hilfreich.


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